Die Idee hinter einer Online-Vermögensverwaltung

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Wer beim Thema Geldanlage nicht selber ans Werk gehen will, der landet schnell bei einer Online-Vermögensverwaltung. Die Vorstellung, sein Geld automatisch und kostengünstig online managen zu lassen, klingt verlockend. Warum dann noch selber machen?

Bequem von zu Hause sein Portfolio checken

Das Interesse an Robo-Advisor im Markt steigt und mittlerweile gibt es zahlreiche Unternehmen am Markt.

Als Anleger habe ich natürlich immer die Wahl und sollte mir vor jeder Entscheidung, ob Selbstanlage oder digitale Vermögensverwaltung, einen Überblick verschaffen.

Wir haben mit Thimm Blickensdorf von der Geschäftsleitung von growney, einer digitalen Vermögensverwaltung, gesprochen und uns diese einmal genauer erklären lassen.

Das Unternehmen ist eine der beliebtesten Online-Vermögensverwaltungen in Deutschland und kann derzeit immer mehr Kunden für sich gewinnen.

Wer sind die Kunden einer Online-Vermögensverwaltung und lohnt sich eine digitale Vermögensverwaltung für dich?

Dieser Frage wollen jetzt wir in unserem Interview mit Thimm nachgehen. Damit du am Ende eine eigene Entscheidung treffen kannst, findest du unterhalb des Interviews noch einen kurzen Überblick zu digitalen Vermögensverwaltungen. Jetzt lass uns mit dem Interview beginnen und deine offenen Fragen beantworten.

Viele unserer Leser wissen nicht, was eine digitale Vermögensverwaltung so genau ist. Kannst du in 2-3 kurzen Sätzen erklären, worum es bei euch geht?

Wir wollen eine besonders einfache und flexible Geldanlage bieten – und gleichzeitig eine optimale Rendite. Dazu ermitteln wir anhand von wenigen Fragen die passende Anlagestrategie für den Kunden.

Wer mit einer digitalen Vermögensverwaltung sein Geld anlegt, muss dann selbst gar nichts weiter machen – denn ein digitaler Vermögensverwalter übernimmt alles Weitere. Das umfasst auch die regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Anlagestrategie.

Thimm Blickensdorf von growney

Als digitale Vermögensverwaltung investiert ihr in ein großes ETF-Portfolio. Was steckt hinter ETFs? Warum glaubt ihr, dass Aktien der richtige Weg sind?

ETFs sind das ideale Instrument, um eine Geldanlage weltweit breit zu streuen. Sie bilden ganze Indizes ab – das kann zum Beispiel der Deutsche Aktienindex Dax sein oder der Länderindex von Kanada oder Brasilien.

Ein ETF entwickelt sich dann genauso wie alle Wertpapiere gemeinsam, die Bestandteil des Index sind. Ein Beispiel aus der Praxis: In den growney-Anlagestrategien gelingt es, mit weniger als zehn ETFs bis zu 5.000 Aktien und Anleihen aus mehr als 40 Ländern abzubilden.

Langfristig ist ein solches Investment eine optimale Wahl, wie historische Daten zeigen: Denn eine Auswertung von Daten zeigt: Wer in der Vergangenheit auf ein weltweites Investment mit ETFs setzte, fuhr beispielsweise niemals einen Verlust ein, wenn das Geld für mehr als 15 Jahre investiert blieb.

Ein Blick in die App

ETFs kann ja auch jeder selbst als DIY-Investment kaufen. Warum sollte ich daher zu einer digitalen Vermögensverwalter gehen?

Für die meisten DIY-Anleger wäre es tatsächlich besser mit einem Robo zu sparen. Da gibt es eben nicht nur einen beliebigen ETF, sondern eine ausgefeilte Anlagestrategie. Dabei gibt es gleich viele Serviceleistungen für den Anleger dazu, z.B.

  • ein regelmäßiges Rebalancing,
  • die permanente Qualitätskontrolle der Fonds,
  • die Anpassung des Portfolios z.B. an das Wachstum in der Welt und
  • einen kompetenten Ansprechpartner

Klar ist: Die Kontrolle über seine Geldanlage hat ein Anleger bei digitalen Vermögensverwaltern trotzdem jederzeit. Das ist ja das flexible und attraktive an dieser Form des Investierens: Das Geld ist auch stets verfügbar.

Mal eine provokante Frage: Wie reich muss ich sein, damit ich mir diese ganzen Leistungen einer digitalen Vermögensverwaltung leisten kann? Welche Kosten kommen auf mich zu?

Unser Ansatz richtet sich an wirklich ALLE. Auch der Kleinsparer soll von unserem Expertenwissen profitieren können, das ist uns sehr wichtig. Deswegen ist die digitale Vermögensverwaltung schon ab 500 Euro einmalig oder einem Sparplan von mindestens 25 Euro möglich.

Wir bieten unsere Leistungen für größere Beträge (über 50.000 Euro) schon ab jährlich 0,39%. Für Beträge von unter 50.000 Euro erheben wir eine Servicegebühr von 0,69%. Hinzu kommen die jeweiligen Gebühren für die ETFs (Fondskosten) rund 0,12% – 0.16%, so dass Anleger mit rund 0,51% bis 0,83% an Gesamtkosten für ihre Geldanlage rechnen müssen.

Gebt uns doch mal einen Blick hinter die Kulissen. Wie muss man sich die Arbeit bei euch im Team vorstellen?

Was viele gar nicht vermuten: Wir sind ein ganz kleines Team mit 12 Leuten, die in einer Fabriketage sitzen. Das ist Teil unseres Erfolgsrezepts – wir brauchen keine großen und unflexiblen Strukturen. Klein, bescheiden, auf’s Wesentliche reduziert.

Das Thema Teamzusammenhalt ist da sehr wichtig – das ist durch Corona schon etwas schwieriger geworden. Wichtig ist uns, dass wir mit guter Laune und Engagement dafür arbeiten, growney jeden Tag ein kleines bisschen besser zu machen.

Als Anleger bin ich im ersten Moment mit meiner Geldanlage oft überfordert und habe viele Möglichkeiten mein Geld anzulegen. Was sind typische Fehler, die ihr seht?  

Der größte Fehler der meisten Menschen in Deutschland ist sicher immer noch gar nichts zu machen. So schlummern Milliarden auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten – ohne was zu bringen. Diejenigen, die in Eigenregie Geld anlegen, sind dann oft zu wenig diversifiziert oder nehmen ohne gezielte Strategie einen x-beliebigen ETF oder Fonds.

Dadurch setzen sie ihr Investment unnötigen Risiken aus. Als drittes gibt es noch treue Bankkunden, die viel zu hohe Kosten hinnehmen. Ein Beispiel: Wer bei seinem Bankberater einen Fonds mit 5% Ausgabe-Aufschlag ordert, ist bei 100.000 Euro mal eben 5.000 Euro los.

In der Corona-Krise ging es an den Finanzmärkten ganz schön bergab. Wie habt ihr darauf reagiert und wie sind Eure Anleger damit umgegangen?

Corona ist ein Härtetest gewesen, der natürlich auch den stärksten Anleger aus der Ruhe bringen kann. Aber für viele unserer Kunden zählt der langfristige und strategische Vermögensaufbau. Deshalb haben wir unsere Kunden bestärkt, ihre Sparpläne wie geplant umzusetzen. In Summe haben unsere Anleger in dieser Zeit sehr viel Geld außerplanmäßig zusätzlich gespart.

Unser Fazit zu digitalen Vermögensverwaltungen:

Digitale Vermögensverwaltungen sind eine akzeptable Alternative zur Selbstanlage mit ETFs. Wer sein Geld nicht selber in 3-4 ETFs investieren will oder sich zusätzliche Serviceleistungen (z.B. regelmäßiges Rebalancing, Qualitätskontrolle der Fonds, Portfoliostrategie und einen kompetenten Ansprechpartner) gönnen möchte, der ist mit einer digitalen Vermögensverwaltung gibt bedient.

Dafür zahle ich als Anleger natürlich etwas und zwar rund 0,3 – 0,5%. Ein kompletter Selbstentscheider kommt günstiger weg, muss sich dafür allerdings auch mehr um seine Investition kümmern.

Vor- und Nachteile von digitalen Vermögensverwaltungen gegenüber Selbstanleger (ETFs) im Überblick

✅ Pro ❌ Contra
Regelmäßiges Rebalancing Höhere Kosten (rund 0,3% – 0,5%)
Qualitätskontrolle der Fonds Geringere Flexibilität
Portfoliostrategie
Kompetente Ansprechpartner
Zeitersparnis

 

 

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