Smarte Zielsetzung: Praktische Beispiele und meine Vorgehensweise für erfolgreiche Zielsetzung

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Als ich angefangen habe mir das erste Mal Ziele zu setzen, hatte ich noch keinerlei Struktur oder Planung. Wahrscheinlich hast du dir in deinem Leben auch schon mal Ziele gesetzt, aber hattest du dabei eine Struktur oder hast du deine Ziele langfristig geplant?

In diesem Artikel erfährst du, wie ich mir Ziele setze, welches System ich nutze und wie ich meine Ziele nachvollziehe.

Zielsetzung für Amateure

Viele von uns nutzen einen Neuanfang, wie den Jahresanfang, um sich neue Ziele zu setzen oder alte Ziele erneut zu setzen.

Klassische Beispiele sind:

1. Ich will 5 Kilo abnehmen.
2. Ich will mehr Geld sparen.
3. Ich will dieses Jahr einen Partner finden.
4. …

Das ist rudimentäre Zielsetzung. Natürlich ist es erstmal nicht schlecht sich überhaupt Ziele zu setzen, aber wenn du es schon machst, dann mach es doch gleich richtig.

Mein System für smarte Zielsetzung

Zunächst solltest du wissen, dass es unterschiedliche Kategorien bei der Zielsetzung gibt. Es gibt thematische Kategorien und zeitliche Kategorien. Auch beim Thema Geld und Finanzen geht es grundsätzlich um das Thema Zielsetzung. Es ist allerdings nur 1 Thema mit unterschiedlichen zeitlichen Kategorien.

Wenn du dir Ziele setzt, dann solltest du dieses ganzheitlich tun. Denn, was bringt es dir 50.000 Euro in Aktien zu besitzen, wenn du eigentlich ein Haus bauen oder eine Weltreise machen willst.

Genauso bin fest davon überzeugt, dass dein körperliches und seelisches Wohlbefinden einen unglaublichen Einfluss auf die Entwicklung deiner Finanzen haben wird. Daher solltest du diese Ziele ebenfalls bei deiner Zielsetzung berücksichtigen.

Zielsetzungstechniken:

Wie bereits gesagt, gibt es unterschiedliche zeitliche Kategorien zur erfolgreichen Zielsetzung. Ich verwende 3 zeitliche Kategorien für meine Zielsetzung.

  1. Kurzfristige Zielsetzung | Frequenz 1 Tag – 1 Woche:
Momentum: Chrome Plug-In zur Zielsetzung

Für kurzfristige Ziele eignen sich To-Do-Listen sehr gut. Ich nutze zum Beispiel “Wunderlist”/”Microsoft To Do” oder “Zenkit To Do“. Hier kommen Dinge rein wie, ich muss Milch einkaufen, ein Paket von der Post abholen, usw.

Ein weiteres nützliches Plug-In ist Momentum. Falls du Chrome nutzt, dann kannst du es einfach in deinen Browser integrieren und erhältst einen schönen Hintergrund mit einer To-Do-Liste und deinem Hauptziel für diesen Tag.

Machmal schreibe ich meine Tagesziele allerdings auch vollkommen unsortiert in mein Tagebuch.

2. Mittelfristige Zielsetzung | Frequenz: 1 Woche – 1 Jahr:

Jetzt wird es interessant. Für deine Persönlichkeitsentwicklung sind mittelfristige Ziel meist am wirksamten. Angefangen habe ich mit 3 Kategorien:

    1. Ich.
    2. Beziehungen.
    3. Karriere.

In der ersten Kategorie “Ich” schreibe ich meine mittelfristigen Ziele für physische, emotionale und mentale Weiterentwicklung auf.

In der zweiten Kategorie fokussiere ich mich auf meine Beziehungen z.B. Freunde, Familie oder Arbeitskollegen. Mit wem war ich in letzter Zeit wenig im Kontakt? Wen sollte ich mal wieder treffen? Wie kann ich meine Beziehung mit diese Person verbessern?

Zuletzt, fokussiere ich mich auf das Thema Karriere. Wie kann ich praktisch an meinen Zielen arbeiten?

Konkrete Beispiele für meine mittelfristigen Ziele:

Ich: Ich will Portugiesisch lernen und in 3 Monaten meinen ersten Satz sprechen können. Ich will jeden Mittwoch ins Fitnessstudio gehen.

Beziehungen: Ich will eine bessere Beziehung zu meinen Großeltern und werde sie 1 Mal im Monat anrufen. Ich will mich mit einem alten Freund wieder austauschen.

Karriere: Ich vernetze mich zwei Leuten aus meiner Industrie über E-Mail.

3. Langfristige Zielsetzung | Frequenz: 1 Jahr – 10 Jahre:

Sooo viel Zielsetzung kann ja fast schon müde machen, oder?

Ich hoffe du ließt diesen Artikel noch weiter, denn jetzt kommen wir zur langfristigen Zielsetzung.

Angefangen habe ich mit einem System von Tim Ferriss, einem bekannten amerikanischen Autor.

Er nennt dieses System “Dreamlining” und es beinhaltet 3 Kategorien: Having, Doing, Being.

“Having” sind Dinge du besitzen willst. “Doing” sind Erlebnisse, die du erleben willst. “Being” ist dein Sein, welches dich als Menschen definiert.

Having:
• Ich habe eine tolles Haus für meine Familie gebaut.
• Ich besitze einen cooles Soundsystem.
• …
Doing
• Ich nehme an einem Tanzwettbewerb teil.
• Ich reise 3 Monate durch Asien.
• …
Being
• Ich bin ein toller Vater.
• Ich helfe anderen Menschen sich selbst zu helfen.
• …

Dies sind nur wirklich große Ziele für 1-10 Jahre. Probiere diese trotzdem “actionable” (aktionsorientiert) zu machen.

Keinen Plan, wie deine langfristigen Ziele aussehen sollten?

Ein weiteres tolles System, ist das sogenannte Fear-Setting. Es hilft dir dabei deine Ängste zu finden und zu verbessern. Mit Hilfe von Fear-Setting kannst du das Dreamling-Konzept erweitern und deine langfristigen Ziele erkenn. Uff, so viel Theorie, lass uns mal wieder in die Praxis gehen.

Mein aktuelles Zielsetzungssystem:

In den letzten Jahren habe ich das “Dreamling-Konzept” für mich noch einen Schritt verändert und weitere bzw. andere thematische Kategorien für meine persönliche Zielsetzung hinzugefügt. Ich habe es für mich persönlich also angepasst.

Entstanden ist eine Kombination aus mittel- und langfristigen Zielen inklusive To-Do-Liste. Die Kernidee ist, dass ich mich auf 9 Kategorien fokussiere. Innerhalb dieser Kategorieren füge ich dann, soweit es passt, eine zeitliche Achse hinzu.

Das ist natürlich wesentlich ausführlicher, aber es gibt einem auch einen ganzheitlichen Blick, welchen wir in unserer Gesellschaft oft nicht haben.

Wenn ich mir allein die Definition von Erfolg in unserer Gesellschaft anschaue, wirkt diese für mich noch sehr klassisch und wird oftmals auf die rein finanzielle Seite reduziert oder mindestens auf den beruflichen Erfolg.

Die 9 Kategorien:

Vorab gesagt, dass ist Zielsetzung für Nerds! Natürlich mache ich dies nicht jede Woche, sondern vll. alle 3 Monate oder 3 Mal im Jahr.

  1. Familie: Welche Aktivitäten und Erlebnisse möchte ich mit meiner Familie in diesem Jahr haben? Urlaub, Besuche, Gespräche.
  2. Persönlichkeitsentwicklung: Wie möchte ich mich in den nächsten 3 Monaten weiterentwickeln? Welches Buch will ich als nächstes lesen? Welchen Online-Kurs will ich besuchen?
  3. Spiritualität: In diese Kategorie fallen Meditation, Achtsamkeit, neue Kulturen entdecken, etc. Denke wieder daran diese Dinge, soweit es geht, messbar zu machen. Ich kann über eine App zum Beispiel einsehen, wie oft ich in diesen Monat meditiert habe.
  4. Finanzen: Was ist mein finanzielles Ziel für diese Jahr? Wie viel möchte ich investieren und in welche Bereiche?
  5. Karriere: Was könnte mein nächster Schritt sein? Wie bekomme ich mehr Gehalt? Wie arbeite ich selbstständiger? Wie schaffe ich mehr Wert in meiner Firma?
  6. Beziehungen: Bist du glücklich in deinen Beziehungen? Mit welchen Freunden möchtest du dich wieder mal austauschen?
  7. Spaß & Erholung: Wohin geht dein nächster Urlaub? Was steht auf deiner “Bucket List” für dieses Jahr?
  8. Fitness: Wie oft will ich trainieren? Ich will diesen Monat 1x 3 Tage fasten.
  9. Zurückgeben: Ich bin kein Mensch, der gerne Geld spendet, sondern probiere immer einen Einfluss auf die Menschen direkt zu haben. Das können kleine Dinge sein, wie die Unterstützung durch einen Artikel oder einen Tag in einer gemeinnützigen Organisation zu arbeiten. Aber auch schon mit einem Spendenausweis der DKMS oder anderen Dingen, kannst du jeden Monat etwas fürs Gemeinwohl tun.

Grundsätzlich kannst du auch erstmal starten deinen Status Quo zu bestimmen, damit du weißt, wo du in deinen Kategorien über stehst.

5 Regeln für smarte Zielsetzung

Nun kennst du die thematischen und zeitlichen Kategorien. Es gibt allerdings noch ein paar Dinge, die du bei deiner Zielsetzung beachten solltest.

Regel Nr.1: Verwende ein System für deine Ziele!

In meinen Finanzkursen bitte ich die Teilnehmer immer, dass sie ihre Ziele und Werte definieren. Denn die Klarheit über die eigene Ziele wird dir langfristig helfen, dass du dir ein System aufstellst.

Ich bin ein großer Fan von Systemen, Routinen und Regelmäßigkeit. Denn sobald du ein System bzw. einen Routine für deine Ziele entwickelt hast, machst du alles vollkommen automatisch.

Ein tolles Beispiel für eine Systematik ist ein ETF-Sparplan. Du hast das Ziel: “Ich möchte für meinen Renteneintritt 100.000 Euro an die Seite gelegt haben”. Daraufhin bestimmst du, wie viel Geld du jeden Monat sparen musst, damit sich dein Ziel erfüllt.

Nun richtest du dir einen ETF-Sparplan bei einer Direktbank ein, der jeden Monat vollkommen automatisch Geld von deinem Konto abbucht und in einen ETF-Sparplan investiert.

Du verfolgst dein Ziel mit System und automatisiert. Es wird dir viel leichter fallen dein Ziel zu erreichen.

Regel Nr. 2: Schreibe deine Ziele auf!

Genauso wie ich es eben in dem Beispiel gemacht habe, wird es dir helfen deine Ziele runter zu schreiben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du deine Ziele erreichst steigt um 76%, wenn du deine Ziele aufschreibst.

Wo kannst du deine Ziele aufschreiben? Ich empfehle dir Bullet-Journal, also ein kleines Buch oder Tagebuch, in dem du deine Ziele aufschreibst.

Regel Nr. 3: Identifiziere die richtige Zeit!

Einen Fehler, den ich am Anfang ebenfalls immer wieder falsch gemacht habe, ist es keinen Zeithorizont bzw. den falschen Zeithorizont für meine Ziele zu verwenden.

Es gibt kurzfristige Ziele, mittelfristige Ziele und langfristige Ziele. Ein kurzfristiges Ziel ist diese Woche 10€ zu sparen, ein mittelfristiges Ziel ist seine Finanzen besser im Griff zu haben, ein langfristiges Ziel ist, dass du in finanzieller Freiheit lebst.

Regel Nr. 4 Nimm dir Zeit für Reflektion!

Ziele und Werte ändern sich im Leben.

Wir alle verändern uns und somit werden unsere Ziele auch anders.

Ich empfehle dir daher, dass du einen Jour Fixe, einen regelmäßigen Zeitpunkt, für deine Ziele festsetzt.

Ich habe einen Termin 1x pro Woche jeden Sonntag um 18:00 Uhr in meinem Kalendar.

Diesen Termin nutze ich, damit ich meine Ziele reflektiere und mir neue Ziele überlege. Halte ich diesen Termin jede Woche ein? Nein, aber ich werde trotzdem jede Woche daran erinnert und nehme mir Zeit zu reflektieren.

Regel Nr. 5 Zielsetzung mit der SMART-Methode:

Zum Abschluss noch eine kurze Erklärung der SMART-Methode. Denn die SMART-Methode wird dir helfen bessere Ziele zu setzen. Was bedeutet SMART?

SMART ist ein Backronym, wie z.B. Team – „Toll! Ein anderer macht’s“. Es steht für: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert.

Einfach gesagt: Du solltest dir Ziele setzen die spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sind.

In der Praxis probierst du deine Ziele so spezifisch, wie möglich, zu definieren. Du bestimmst quantitive oder qualitative Messbarkeit. Du hast Lust diese Ziele zu erreichen. Du hast die Mittel und Zeit deine Ziele zu erreichen. Du hast einen Zeithorizont bis wann du deine Ziele erreichen willst.

Die 3 größten Fehler bei smarter Zielsetzung:

Du wirst sicherlich nicht die einzige Person sein, die ihre Ziele verfehlen wird und es ist auch vollkommen normal. Trotzdem gibt es keinen Grund vor deinen Zielen wegzulaufen und ich will dir einige Tipps mitgeben, welche Fehler du vermeiden solltest.

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1) Du probierst zu viel!

Probiere mit kleinen Zielen zu starten. Vll. startest du mit einer To-Do-App oder schreibst dir 1-2 mittelfristige Ziele auf. Bei mir hat es sehr lange gedauert bis ich ein System gefunden habe, das für mich funktioniert.

Anschließend kannst du mit der langfristigen Zielsetzung starten. Dies ist allerdings nur meine Vorgehensweise.

Natürlich kannst du auch mit einer großen Vision für den Leben starten und diese dann in langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele herunterbrechen. Den meisten Menschen wird es allerdings sehr schwer fallen so zu starten.

2) Du schreibst deine Ziele nicht auf!
Wie ich es oben schon bereits beschrieben habe, ist es der größte Fehler sich keine Ziele zu setzen. Natürlich wirst du nicht alle deine Ziele erreichen, natürlich wirst du nicht alle Ziele in deiner geplanten Zeit erreichen, aber du kommst ins Machen.

Du denkst eigenständig über deine Ziele nach. Du setzt dir keine Ziele, die andere Menschen oder unsere Gesellschaft dir auferlegt hat und du bekommst eine bessere Idee dafür, wie dein ideales Leben für dich ganz persönlich aussehen wird.

3) Du nimmst dir keine Zeit zur Zielsetzung!

Nimm dir die Zeit und schreibe deine Ziele auf. Du brauchst es nicht exzessiv machen und direkt mit 100 Zielen starten, aber du solltest dir etwas Zeit nehmen und wenn es nur alle 3 Monate sind oder 1x im Jahr.

Du wirst dich besser verstehen, du wirst klarer definierte Ziele haben und du wirst durch deine Erfahrungen lernen.

Hinweis: Eine erste Version dieses Beitrages habe ich bereits in 2017 geschrieben und mittlerweile in 2020/2021 verwende ich immer noch das gleiche System zur Zielsetzung.

Habe ich immer alle Ziele erreicht? Natürlich nicht.

Habe ich jede Woche meine Ziele definiert und aufgeschrieben? Natürlich nicht.

Dennoch setze ich mir regelmäßig Ziele und diese haben mir sicherlich geholfen mich auf ganz anderen Ebenen weiterzuentwickeln als ich ursprünglich geplant hatte.

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